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Ängste verstehen: Was uns wirklich Angst macht und wie wir damit umgehen können

Autor: Lars Heemann Heilpraktiker für Psychotherapie und Männercoach

Ängste gehören zu unserem Menschsein. Erfahren Sie, wie wir Ängste verstehen, warum sie entstehen und wie wir lernen können, besser mit ihnen umzugehen.

Was uns (wirklich) Angst macht

  • Sie haben Schwierigkeiten, längere Beziehungen einzugehen und gleichzeitig große Angst, verlassen zu werden?
  • Ungewissheiten in der Welt machen Ihnen regelmäßig Sorgen und Ängste?
  • Stillstand ist für Sie kaum auszuhalten – Ihr Lebensmotto lautet „wer rastet, der rostet“?

Wenn Ihnen solche oder ähnliche Situationen bekannt vorkommen, stellt sich die Frage: Warum teilen so viele Menschen ähnliche Sorgen und Ängste? Liegt das nur an den äußeren Umständen – oder steckt noch mehr dahinter?

Ich möchte in diesem Beitrag die Perspektive erweitern und einen Blick nach innen werfen. Grundlage dafür ist die von Fritz Riemann entwickelte Systematik der vier Grundformen der Angst (vgl. „Grundformen der Angst“, München 2017). Sie hilft uns zu verstehen, warum wir uns so verhalten, wie wir es tun – und warum wir manchmal gerade daran leiden.

Vier Grundformen der Angst nach Fritz Riemann

Riemann beschreibt, dass wir Menschen mit vier grundlegenden Strebungen und zugleich widerstreitenden Ängsten ausgestattet sind. Diese Spannungsfelder gehören zu unserer Natur:

  • Individuation – wir möchten ein eigenständiges Individuum sein. Gegenpol: die Angst vor Isolation und Einsamkeit.
  • Einordnung – wir möchten Teil eines größeren Ganzen sein. Gegenpol: die Angst, uns selbst zu verlieren oder abhängig zu werden.
  • Beständigkeit – wir sehnen uns nach Dauer und Verlässlichkeit. Gegenpol: die Angst vor Vergänglichkeit.
  • Veränderung – wir möchten lebendig bleiben und Neues wagen. Gegenpol: die Angst vor Notwendigkeit, Regeln und Endgültigkeit.

Diese vier Spannungsfelder bilden den Nährboden unserer Ängste – und auch unserer Entwicklung. Problematisch wird es, wenn eine Angst „überwertig“ gelebt wird, also das seelische Gleichgewicht verloren geht.

Wenn Ängste übermächtig werden

Riemann ordnet die vier Grundängste typischen Persönlichkeitsmustern zu. Einige kurze Beispiele:

  • Angst vor Selbsthingabe – Menschen ziehen sich stark zurück, vermeiden Nähe und wirken kühl oder distanziert.
  • Angst vor Selbstwerdung – Betroffene fürchten Verlust, suchen Geborgenheit und geraten leicht in Abhängigkeit.
  • Angst vor Veränderung – Veränderungen werden als bedrohlich erlebt, Sicherheit und Kontrolle stehen über allem.
  • Angst vor Endgültigkeit – Betroffene streben ständig nach Neuem, sind impulsiv, ungeduldig und oft schwer zu binden.

Jeder von uns trägt solche Tendenzen in sich. Erst wenn sie zu stark werden, engen sie unsere Freiheit und Handlungsfähigkeit ein.

Ängste verstehen – und bewältigen

Ängste gehören zum Menschsein. Ziel einer psychotherapeutischen Arbeit ist es daher nicht, Angst gänzlich loszuwerden, sondern sie zu verstehen und handhabbar zu machen. Hilfreiche Strategien können sein:

  • Sich der Angst stellen – schrittweise statt Vermeidung.
  • Entspannungstechniken – z. B. Atemübungen, Yoga, progressive Muskelentspannung.
  • Achtsamkeit – im Hier und Jetzt bleiben, statt im Kopfkino gefangen zu sein.
  • Gesunde Lebensweise – Bewegung, Ernährung, Schlaf stärken Resilienz.
  • Professionelle Hilfe – wenn Ängste massiv belasten, ist Psychotherapie sinnvoll.

Fazit

Ängste sind nicht unser Feind, sondern Teil unserer Entwicklung. Entscheidend ist, ob wir lernen, mit ihnen umzugehen, statt sie zu vermeiden. Denn Ängste verschwinden nicht – sie weisen uns auf etwas hin.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ängste Ihr Leben zu stark bestimmen und Sie mehr Freiheit und Handlungsspielraum gewinnen möchten: Ich begleite Sie gern dabei.

Sie haben da Gefühl haben, dass Ängste Ihr Leben zu stark bestimmen?

Schreiben Sie mir eine E-Mail oder rufen mich unverbindlich und kostenlos an unter 0151 51761665.‬

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